Nick Hintermann und Micha Finkelstein

(30), aus Zürich

Wir sind seit sieben Jahren ein Paar. Letztes Jahr war unser vierter Besuch an der Zurich Pride. Wir finden sie eine wichtige politische Veranstaltung. Am Samstag sind wir nach der Demonstration noch ans Festival und dann waren wir gegen Mitternacht auf dem Weg nach Hause. Wir wollten die Latzhose und das Hawaii-Hemd gegen ein Party-Outfit austauschen.

Zusammen mit einer Freundin gingen wir zu dritt auf der Strasse. Plötzlich hörten wir von hinten, wie jemand uns «Schwuchtel» zurief. Wir haben es ignoriert. Plötzlich spürten wir beide einen dumpfen Schlag am Nacken. Nick fiel nach vorne und Micha drehte sich um. «Sinder schwul», fragte uns einer der drei dunkel angezogenen Männer. «Ja und», schrie unsere Freundin sie an. Micha begann mit den Armen zu fuchteln. Die drei rannten weg. Wir riefen sofort Hilfe und zwei Polizisten haben uns vor Ort sehr einfühlsam betreut. Wir haben Anzeige erstattet. Wir hatten zum Glück keine äusserlichen Verletzungen. Aber der Schock sitzt tief.

Am nächsten Tag wollten wir die Geschichte öffentlich machen. Wir haben auf Facebook den Vorfall gepostet und den Medien Interviews gegeben. Wir bekamen hunderte positive Nachrichten, die uns so gut getan haben. Wir haben sogar einen Tipp bekommen, wie einer der Angreifer heisst. Er hat offenbar in seinem Umfeld rumgeprahlt. Gegen ihn läuft nun ein Verfahren. Uns ist es wichtig, dass wir die Geschichte mit der Öffentlichkeit teilen und ein Zeichen setzen können.

Vincenzo
Wendy