Motto 2021

TRAU DICH!
Ehe für alle jetzt!

Das Parlament hat am 18. Dezember 2020 die Ehe für alle angenommen. Mehrere erzkonservative Komitees haben jedoch das Referendum dagegen ergriffen. Die Referendumskomitees hatten bis am 10. April 2021 Zeit, 50‘000 Unterschriften gegen die Ehe für alle zu sammeln und zu beglaubigen. Da sie dieses Ziel erreicht haben, wird es am Sonntag, 26. September 2021 zu einer Volksabstimmung kommen,
die wir gemeinsam gewinnen müssen.

Nicole Dähler-Gassmann (41) & Annabelle Dähler (35)

aus Amriswil TG

Wir haben uns im Herbst 2017 über die Plattform «Purplemoon» kennengelernt und vier Monate gedatet. Es passte schon nach dem ersten Date. Ich, Nicole, lebte damals in Biel und Annabelle in Amriswil. Anstatt dauernd zu pendeln, packte ich meine Sachen und zog in den Thurgau. Typisch lesbisch: Möglichst schnell zusammenziehen.

Seit anfang Jahr sind wir verpartnert. Uns hat auf dem Standesamt gestört, dass wir «Partner 1» und «Partner 2» angeben mussten. Denn «Partner 1» ist immer noch der Ehemann, also die Hauptperson in der Beziehung. Trauzeugen hatte wir keine, weil es das in der Eingetragenen Partnerschaft nicht gibt. Das finden wir unsinnig. Wir wollen kein «Partner 1 und 2» sein, sondern Ehefrauen. Wir lieben uns und sind füreinander da. Wir wollen weder mehr Rechte noch nehmen wir irgendwem etwas weg. Wir wollen einfach gleich behandelt werden wie alle anderen. Dafür kämpfen wir.

Roland von Burg (59) und Hansjörg Blaser (58)

aus Zürich

Es hat bei uns auf der Strasse gefunkt. Ich, Roland, habe Hansjörg schon mehrere Male in Clubs und im Theater gesehen und nie getraut, ihn anzusprechen. An diesem warmen Tag im Juni 1994 habe ich es gemacht. Wir verstanden uns vom ersten Moment an sehr gut und wir verspürten ein angenehmes, vorher noch nie dagewesenes Gefühl, angekommen zu sein.

Ein halbes Jahr später haben wir die Zügelkisten in unserer ersten gemeinsamen Wohnung ausgepackt, 2003 gemeinsam unser Optiker-Geschäft eröffnet und 2008 unsere Partnerschaft eingetragen. Jetzt wollen wir heiraten. Dass das Gesetz noch einen Unterschied zwischen gleich- und andersgeschlechtlichen Paaren macht, finden wir traurig. Wir haben das vor Jahren am eigenen Leib erfahren. In den Tauchferien in Spanien wurde Hansjörg unter Wasser bewusstlos und landete auf der Intensivstation. Nur dank dem toleranten Spitalpersonal durfte ich zu meinem Partner. Hätte auch anders laufen können, denn auf dem Papier sind wir kein Ehepaar sondern nur zwei Männer. Die «Ehe für alle» schafft endlich die gleichen Rechte und Pflichten für alle.

ZHPF_2020_Website_Bild_Kampagne_1920x1080px2_0418

Nicole Dähler-Gassmann (41) & Annabelle Dähler (35)

aus Amriswil TG

Wir haben uns im Herbst 2017 über die Plattform «Purplemoon» kennengelernt und vier Monate gedatet. Es passte schon nach dem ersten Date. Ich, Nicole, lebte damals in Biel und Annabelle in Amriswil. Anstatt dauernd zu pendeln, packte ich meine Sachen und zog in den Thurgau. Typisch lesbisch: Möglichst schnell zusammenziehen.

Seit anfang Jahr sind wir verpartnert. Uns hat auf dem Standesamt gestört, dass wir «Partner 1» und «Partner 2» angeben mussten. Denn «Partner 1» ist immer noch der Ehemann, also die Hauptperson in der Beziehung. Trauzeugen hatte wir keine, weil es das in der Eingetragenen Partnerschaft nicht gibt. Das finden wir unsinnig. Wir wollen kein «Partner 1 und 2» sein, sondern Ehefrauen. Wir lieben uns und sind füreinander da. Wir wollen weder mehr Rechte noch nehmen wir irgendwem etwas weg. Wir wollen einfach gleich behandelt werden wie alle anderen. Dafür kämpfen wir.

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Roland von Burg (59) und Hansjörg Blaser (58)

aus Zürich

Es hat bei uns auf der Strasse gefunkt. Ich, Roland, habe Hansjörg schon mehrere Male in Clubs und im Theater gesehen und nie getraut, ihn anzusprechen. An diesem warmen Tag im Juni 1994 habe ich es gemacht. Wir verstanden uns vom ersten Moment an sehr gut und wir verspürten ein angenehmes, vorher noch nie dagewesenes Gefühl, angekommen zu sein.

Ein halbes Jahr später haben wir die Zügelkisten in unserer ersten gemeinsamen Wohnung ausgepackt, 2003 gemeinsam unser Optiker-Geschäft eröffnet und 2008 unsere Partnerschaft eingetragen. Jetzt wollen wir heiraten. Dass das Gesetz noch einen Unterschied zwischen gleich- und andersgeschlechtlichen Paaren macht, finden wir traurig. Wir haben das vor Jahren am eigenen Leib erfahren. In den Tauchferien in Spanien wurde Hansjörg unter Wasser bewusstlos und landete auf der Intensivstation. Nur dank dem toleranten Spitalpersonal durfte ich zu meinem Partner. Hätte auch anders laufen können, denn auf dem Papier sind wir kein Ehepaar sondern nur zwei Männer. Die «Ehe für alle» schafft endlich die gleichen Rechte und Pflichten für alle.